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Toxic Smile sagt „Farewell“!



Liebe Freunde, liebe Fans – nach über 20 Jahren Bandgeschichte müssen wir Euch leider mitteilen, daß Toxic Smile sich von der Bühne des Rockzirkus verabschiedet.
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Es fällt uns nicht leicht und ist nur der Abschluss einer langen Entwicklung, die sich bereits seit einigen Jahren abzeichnete. Kaum eine Progressive Rock – Band, die in den Jahren der Gründung von TS mit uns startete, hat so lange „durchgehalten“, und wir sind stolz darauf, sagen zu können, daß es wohl nur wenigen Musikern dieses Genres beschieden war, solch großartige Erlebnisse zu teilen!
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Weitere Details fügen wir weiter unten an – an dieser Stelle aber zunächst ein herzliches Dankeschön an die Wegbegleiter, Partner, das Label und vor allem an unsere treuen Fans!
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Wie geht es für die Bandmitglieder weiter?
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Marek Arnold bleibt dem Progressive Rock treu, widmet sich vor allem seinen Bands „seven steps to the green door“ ( www.ssttgd.de ), CYRIL ( www.cyril-band.de ), der Arbeit an Solo-Album und Alben mit Manuel Schmid, Damanek, Flaming Row und als Gast bei div. Projekten, arbeitet in seinem Studio „B`side-music“ und steht als Saxophonist mit der Band „Passage“ und anderen Jazzbands auf der Bühne.
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Larry B. steht mit seiner Coverband „Krause-Band“ auf den Bühnen der Republik, außerdem ist er aktiv als Sänger der Genesis / Phil Collins – Tribute Band „Abacab“. Dem Progrock bleibt auch er bei CYRIL treu.
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Stephan Pankow wird ebenfalls weiter dem ProgRock frönen. Er ist auch Teil der ProgrockbBand „Seven steps to the green door“ und sucht nun neue Projekte im ProgRock, Weltmusik, Jazz und/oder Metal Bereich. Außerdem unterrichtet er, gibt Workshops, Bandcoachings und wird als Aushilfe für Konzerte verschiedenster Genres und Formationen gebucht. (www.stephanpankow.de )
Er selbst sagt: „Ich bin immer auf der Suche nach neuer Inspiration, neuem Input und neuen Horizonten. Und ich bin sehr froh durch Toxic Smile viele Freundschaften geknüpft und spannende, musikalische Reisen erlebt haben zu dürfen. Auch wenn ich es sehr schade finde, dass die Reise mit dieser Band bereits schon wieder beendet ist, freue ich mich doch auf alles Neue, was da kommen mag.“
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Robert Brenner spielt und singt u.a. bei „The Cashbags“, „Quarteto Bando“ und dem Berliner Solistenchor unter Christian Steyer. Er schreibt selbst zum „Aus“ von TS:
„Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei“
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Robert Köhn widmet sich neben seiner Drum-Schule und dem Dresdner Drum-und Bass-Festival in Dresden ganz neuen Projekten wie einer autarken Siedlung.
Er schreibt selbst: „Wir haben die Verantwortung, diese kranke Welt zu heilen und unseren Nachkommen eine bessere und gesündere Welt zu hinterlassen, als wir vorgefunden haben. Und wenn man sich mit Toxic Smile Musik beschäftigt, kommt man ins Denken. Ich zumindest. Für mich ist es eben mehr als nur Unterhaltung. Ich nehme es ernst und lasse den Texten und der zeitweise tiefgründigen Musik auch Taten folgen. Wir haben nur eine Erde. Schau es Dir an: www.fussabdruck.de und ändere etwas.“

Hier noch einige Gedanken zur Bandgeschichte und den Entwicklungen und Gründen:
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Toxic Smile konnte bereits mit dem ersten Album in Asien bei einem Major-Label unterschreiben, in Korea eine kurze, aber unglaubliche Zeit als „Rockstars“ erleben, eine sicher äusserst seltene und spezielle Art der DVD-Produktion mit Orchester realisieren, große Festivals in ganz Europa bespielen. Unsere insgesamt 8 Veröffentlichungen stießen nahezu überall auf begeisterte Kritiken und wir hatten das Glück, bei Progressive Promotion Records insgesamt 5 Tonträger veröffentlichen zu können, sowie ältere Tonträger wiederzuveröffentlichen, so daß nahezu alle Releases von Toxic Smile noch immer oder wieder bei www.ppr-shop.de und bei den üblichen Online-Shops und Weiterverkäufern erhältlich sind.
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Wer hoch fliegt, kann auch tief fallen! Die Entwicklungen der Musikszene gingen auch an Toxic Smile nicht spurlos vorbei. Wir leben größtenteils als aktive Musiker von der Musik, haben Familien gegründet, Bäume gepflanzt, Tonstudios oder Musikschulen gegründet oder arbeiten an und in diesen, sind musikalisch breit aufgestellt, aber auch räumlich weiter denn je voneinander entfernt.
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Gerade weil diese Band Unglaubliches erleben durfte, fiel es immer schwerer, die Motivation trotz der veränderten Lebensumstände und Gegebenheiten der Szene aufrecht zu erhalten. Die Arbeiten an neuem Material wurde längst auf 1-2 Probephasen im Jahr (!) geschoben, direkt danach ging es unmittelbar ins Studio. So entstanden erstaunlicherweise dennoch die letzten beiden recht hochgelobten Alben – und sie sind der Beweis, dass es der Band nicht an musikalischer Kreativität und hoher Effizienz mangelte.
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Immer wieder wurden wir nach Livegigs gefragt, doch das Organisieren dieser geriet längst zu einem Spiessrutenlauf. Mittlerweile scheint es gängige Praxis zu sein, dass sich Rockbands mit eigenem Repertoire zum Nulltarif präsentieren, möglichst noch eine Mindestanzahl an Zuhörern garantieren, das Risiko für Saalmieten oder Technik übernehmen oder sich gar für Supportgigs bei bekannteren Bands der jeweiligen Szene einkaufen. Auch wenn die Ursachen dafür ( vor allem der allgemeine Rückgang der Zuschauerzahlen bei Konzerten vergleichsweise unbekannterer Bands – und zu denen muss man mittlerweile längst auch Geheimtipps und gestandene Acts einordnen ) zumindest teilweise klar sind: Darauf haben wir uns nie eingelassen – auch und gerade wegen unserer Bandgeschichte.
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Am Ende dieser Entwicklung steht irgendwann eine Entscheidung – und als wir Ende 2015 unser letztes Album veröffentlichten – eines, welches nur einen 42-Minuten – Titel enthält – gaben wir ihm den Namen „Farewell“. Wir sind stolz auf dieses Album – und auch wenn ein Nachfolgealbum bereits fast komplett geschrieben und teilweise aufgenommen wurde – womit wohl könnte man eine kleine Karriere stilvoller beenden als mit einem leisen, nein lauten! FAREWELL?
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Vielen Dank und Auf Wiederhören auf anderen Bühnen und an neuen Plätzen! Wir hoffen, mit unserer Musik etwas Bleibendes geschaffen zu haben, welches Euch auch in einigen Jahren noch reichlich Freude bringen wird.
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Eure „Toxic Smileys“:
Marek, BRobert, Larry, Stephan und Drobert!

Am Anhang noch ein kleines Werk, welches Brobert bereits vor einigen Jahren einmal bandintern herumschickte. Wir denken, man kann es kommentarlos mit einer Träne im Knopfloch unserem Abschiedstext anfügen:
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„Es lebte einst der König Proggo. Seine Ländereien waren nicht die allergrößten und auch seine Schatztruhen waren kleiner als die seiner königlichen Kollegen. Sein älterer Bruder zum Beispiel, König Rockopopo, besaß seit jeher weit mehr Land und auch hatte er viel mehr Gold und Silber als der kleine Proggo. Doch das war nicht schlimm, denn König Proggo wusste genau: in seinem Reich feierte man die schönsten Festspiele weit und breit! Dabei ging es seit jeher sehr urig und lustig zu. Gute Proggonier konnte man schon von weitem erkennen an ihren großen, dicken Trommeln unter ihren schwarzen Gewändern.
Doch die Zeiten waren nicht einfach für König Proggo. Immer öfter bekam er zu hören, dass seinem Feste etwas fehlte. Was konnte das nur sein? Ganz sicher war sich der König, alles nur Erdenkliche getan zu haben, damit sein Volk glücklich war. Die Feste fanden in tollen Sälen statt, die eigens zu diesem Zwecke gebaut waren und alle Mannen darin und umher freuten sich stets, wenn es zu einem großen Ulk kam. Denn sie wurden von König Proggo für ihre Mühe in klingender Münze bezahlt und taten also gern ihren guten Dienst. Auch Köche, Kutscher und Herbergsleute reihten sich in das Gefolge ein. Einem jeden wurde sein erbrachter Teil vergolten, denn das verstand sich ja von selbst. Achja, da gab es noch die Musikanten. Sie bekamen nach gelungenen Darbietungen stets einen herrlich lauten Applaus und fuhren alsdann, mit lieben Worten gesegnet, zurück in ihre oft ferne Heimat. Viele Musikanten gab es in Proggonien und alle wollten auf des Königs Bühne auftreten, auf dass er sie lobe und mit ihnen bis in die frühen Morgenstunden zeche. Das war schließlich das allerschönste für sie, dachte sich König Proggo. So wunderte er sich sehr, als es vorkam, dass ein Musiker sein Angebot ablehnte und nicht länger in Proggonien auftreten wollte. „Was das wohl soll?“ – dröhnte da König Proggo und wollte von jenem Musikanten wissen, ob der etwa mit seinem Applaus und den warmen Worten nicht länger zufrieden sein wolle? Der Herr Musikant?! Ob der vielleicht („Hahaha“) für sein Gedudel auch noch bezahlt werden wolle so wie einer, der was richtiges macht? „Das wäre ja noch schöner!“, sagte König Proggo und rechnete dem nörgelnden Musikantenwicht einmal vor, wie viel Gold und Silber er (König Proggo himself!) an all die anderen zu zahlen hätte, nur damit das arme kleine Würmlein von Musikant seinem Vergnügen nachgehen konnte und sich auf der Bühne austollen mochte. Was der sich überhaupt einbilde!
So wurden andere Musikanten gefragt und es setzte unter Ihnen ein großes Hauen und Stechen ein, denn ein jeder wollte gern auf des Königs Bühne! Wer nun am lautesten schrie und am tollsten um sich haute, kam in des Königs Gunst. Immer öfter hörte Proggonien nun Musikanten, die eigentlich keine waren. Eher Schreier, Schreiner und Schreiber. Alle hatten sie einen richtigen Beruf erlernt, der ihnen zwar nicht viel Spaß machen mochte, aber einträglich genug war für das tägliche Brot. So brauchten sie kein Geld denn das bekamen sie ja schon tagein tagaus auf dem Markt, der Werkstatt oder dem Büro. Das liebte König Proggo sehr! Er klatschte und sie spielten auf! Das war einfach wunderbar!
Zwar fanden so immer öfter auch büchene Hähne den Weg auf die Bühne und hielten skurrile Maskeraden ab, doch musste man nachsichtig mit ihnen sein. Denn ein herrlich lauter Applaus und des Königs Lob waren ihnen genug! „Diese einfältigen Tröpfe!“, munkelte man hinter beflissentlich vorgehaltener Hand. Doch selbst, wenn solch böses Wort hörbar wurde und ein Wochenendkünstler eingeschnappt von dannen zog, machte das nichts. Denn ein ganzes Heer seinesgleichen drängte sich vor den Toren des Saals, den freigewordenen Platz sofort wieder zu besetzen. Draußen das Hauen und Stechen, drinnen eine Freakshow nach der anderen. Allmählich, ganz allmählich begannen sich einzelne Proggonier zu fragen, woran es wohl liegen könne, dass immer weniger Gewerbemusikanten zum Feste kamen. Lag es vielleicht am Applaus? Musste man noch mehr klatschen? Oder es mochte einen noch größeren Papp-Orden des Königs als Auszeichnung geben? Das wäre sicher eine prima Idee. Darüber musste man – so ganz allmählich – einmal nachdenken. Aber. Es waren nur ganz wenige, zumeist weltfremde Proggonier, die solcherlei Fragen im Kopfe hatten. Und so kam auch König Proggo lange, lange, lange nicht zu einer Antwort, an was oder wem es seinen Festen denn nun eigentlich mangelte …
Egal, Bier schmeckt auch so! Prost!“

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